Zum ersten Mal sind wir mit Esthers Schwester Annette und Schwager Gerhard gemeinsam im Urlaub unterwegs. Die Anreise beginnt allerdings getrennt: Esther und Chris sind auf verschiedene Flieger verteilt. Annette, Gerhard und Chris treffen sich in Frankfurt, in Delhi sind wir dann alle vier vereint.

Wir alle sind positiv überrascht, dass Passkontrolle und Gepäckausgabe in Delhi echt flott gehen. Es ist erst 11 Uhr, als wir alle draußen sind.
Wie schon befürchtet, ist die Luftqualität in Delhi unglaublich schlecht. Man sieht alles nur wie durch einen Nebel. Allerdings keinen wie bei uns, kalt und feucht, sondern ätzend, warm und ungesund. Die Wetter App von Google hat dafür eine eigene Bezeichnung: Rauch und Flugzeuge müssen an manchen Tagen einen Instrumenten Anflug machen, sich also blind auf die Instrumente verlassen.

Mit Blumengirlanden werden wir empfangen und rasch in einen sehr geräumigen Kleinbus verfrachtet, der alle unsere sechs Gepäckstücke problemlos aufnimmt. Dennoch dauert die Fahrt zu unserem Flughafenhotel (!) ganze 30 Minuten für 2 km Luftlinie. Der Verkehr in Delhi ist nach wie vor meist ein einziger riesiger Stau.

Dank Chris’ Gold-Status hatten wir einen early Check-in und konnten uns erst mal ein bisschen ausruhen. Obwohl wir Delhi dieses Mal komplett auslassen wollten, müssen wir zumindest eine Nacht hier verbringen weil unser Inlandsflug nach Jaisalmer erst am nächsten Morgen abfliegt.
Was macht man mit einem halben Tag in Delhi, wenn man nicht nur im Stau stehen möchte? Man sucht sich eine noch nicht besuchte Sehenswürdigkeit aus, die nicht allzu weit entfernt ist, wie zum Beispiel das Humayun-Mausoleum. Und was macht man, wenn man langsam hungrig wird? Man findet heraus, dass eines der besten Restaurants Delhis ganz in der Nähe ist, und hat dann auch noch das Glück, dass dort ein Tisch frei ist.
Gesagt, getan: Chris, mit den lokalen Apps wie immer schon per Du, bestellt ein Taxi, das uns trotz heftigen Verkehrs rechtzeitig zu unserer 14-Uhr-Reservierung ins NISABA bringt. Und was für ein Glücksgriff! Zwei Stunden lang speisen wir vom Feinsten: lokale indische Küche mit Streetfood-Akzenten und exzellentem indischen Wein. Wir sind uns einig, das wird schwer zu toppen sein.

Um 16 Uhr geht es dann über die Straße zum Humayun-Mausoleum, das als Vorbild für das Taj Mahal gilt. Älter ist es auf jeden Fall, und beeindruckend auch.

Eine riesige Grünanlage umgibt mehrere Grabbauten, allen voran das Mausoleum von Kaiser Humayun. Er starb 1556, und seine Witwe Bega Begum ließ ihm ab 1565 dieses prächtige Grabmal errichten, in dem er auch beigesetzt ist. Später fanden hier noch zahlreiche weitere Mitglieder der Mogul-Dynastie ihre letzte Ruhe. Der rote Sandstein leuchtet im Licht der untergehenden Sonne besonders schön, und wir durchwandern gemütlich die Anlage. Besonders die Fülle an Vögeln von kleinen spatzenartigen bis zu großen Raubvögeln verblüfft uns.

Neben grünen Papageien, jeder Menge Tauben, Staren und Pfauen sehen wir viele Schwarzmilane, die sich ganz ungeniert an den Pfützen der Wasserschläuche bedienen und in den Pfützen baden.
Nach einer weiteren Auto(stau)fahrt zurück zum Hotel haben wir alle das Bedürfnis, den Smog vom Körper zu waschen, die kratzigen Hälse vor weiterer Luftverpestung zu schonen und die nötige Bettschwere für eine friedliche Nacht zu finden.

